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Tod einer Sportwagen-Ikone: Am 31. August wird die letzte Viper gebaut

26. Juli 2017

Sie war nie eine klassische Schönheit, und doch wirkte sie neben ihrer sportlichen und schnittigen italienischen Konkurrenz wie die plumpe Verwandtschaft vom Lande. Und das war sie auch – aber eine mit starken Leistungswerten. Die Dodge Viper stand, so sah es wenigstens ihr geistiger Vater Bob Lutz, für den „raubeinigen und klassischen amerikanischen Sportwagen“, der die Tradition von Carrol Shelbys Cobra weitertragen sollte und in echter Cowboy-Tradition in den ersten Modelljahren nicht einmal einen Airbag besaß. Doch nun naht das Ende der Viper.

Aus für Viper nach 25 Jahren

Chrysler Viper.

Chrysler Viper.
Copyright: Auto-Medienportal.Net/Chrysler

Am 31. August endet nach 25 Jahren die Bauzeit eines der radikalsten Sportwagen, die jemals entwickelt wurden. Als die Viper 1992 zum ersten Mal als Roadster vorgestellt wurde, arbeitete unter der Haube ein V-10-Zylindermotor, der für die damalige Zeit beachtliche 410 PS leistete. Auch das maximale Drehmoment von 664 Nm konnte beeindrucken. Dass der Antrieb ursprünglich in der Nutzfahrzeugabteilung entwickelt worden war, störte niemanden. Schließlich war der Antrieb bei Lamborghini, damals wie Dodge ein Chrysler-Unternehmen, überarbeitet worden.

Allerdings blickten die meisten Dodge-Kunden auf ihr Konto und stellten fest, dass die Viper – so begehrenswert sie war –,jedoch in einer unerreichbaren finanziellen Liga unterwegs war. 85 000 Dollar war schlicht zu viel. Heute beginnen die Notierungen für die ultimative Finalausgabe bei 119 000 Dollar, was sich problemlos auf 150 000 Dollar steigern lässt. Dass sich die Zeiten deutlich geändert haben, zeigt der Ansturm der Kunden, die sich ein letztes Exemplar reservieren lassen. „Wir können gar nicht schnell genug produzieren“, erklärt Dodge-Manager Tim Kuniskis dem Branchendienst „The Detroit Bureau“.

Verklingen eines zehn-zylinder-Sounds

Vulkan Racing Mintgen Motorsport bringt eine Dodge Viper an den Start.

Vulkan Racing Mintgen Motorsport bringt eine Dodge Viper an den Start.
Copyright: Auto-Medienportal.Net/Hardy Elis

Der offene und zugige Zweisitzer (wenig später folgte eine Coupé-Version) war 1992 in Blech gegossenes Amerika, wo alles größer sein muss als auf den anderen Kontinenten. Deshalb fand das zu seiner Zeit einmalige Kraftpaket ziemlich schnell eine internationale Kundschaft, die alle Komfortdefizite in Kauf nahm und die Viper auch bei Rennen einsetzte. Schließlich hatte das Dach des Coupés extra Wölbungen bekommen, um so Platz für die Sturzhelme der Besatzung zu schaffen. Akustisch war der Dodge auf jeden Fall eine Bereicherung auf den Rennpisten – wenigstens für Zeitgenossen, die den Sound der zehn Zylinder zu schätzen wussten.

Aus dem Raubein wurde im Laufe der Zeit ein ständig der aktuellen Technik angepasstes Modell. So besitzt die aktuelle Ausgabe nun eine Launch-Control mit der eine möglichst rasante Beschleunigung aus dem Stand ohne durchdrehende Räder ermöglicht wird. In der letzten, der fünften Auflage leistet der Zehnzylinder 645 PS und ist damit bei Dodge längst nicht mehr der muskulöseste Mucle Car. Der Dodge Challenger Demon leistet 848 PS, und der Challenger Hellcat kommt auf 707 PS.

Viper lebt im Force 1 V10 weiter

Mit dem Ende der Produktion nach rund 30 000 Exemplaren am 31. Juli nimmt die Viper zum zweiten Mal Abschied von der automobilen Bühne. Im Jahr 2010, als Chrysler dank der Übernahme durch Fiat aus der Pleite fuhr, wurde die Produktion bis Ende 2011 unterbrochen, und im Januar 2012 präsentierte der neue Fiat-Chysler-Chef Sergio Marchionne die Viper-Neuauflage. Aktuell widmen sich noch 87 Spezialisten der Viper-Produktion. Wenn das letzte Modell die Anlage an der Conner Avenue in Detroit verlassen hat, wird die Anlage, so Chrysler, in einer Mitteilung, „endgültig geschlossen“.

Am Ende stirbt die Viper aber doch nicht ganz – wenigstens nicht so schnell. Denn im Force 1 V10 wird die Bodengruppe des Supersportwagens weiterleben. VLF plant die Produktion von 50 Exemplare des 268 500 Dollar teuren und 745 PS starken Modells. Hinter VLF stehen unter anderem der vielseitige Unternehmer Henrik Fisker und der unverwüstliche Bob Lutz, der offensichtlich auch als 85-Jähriger seine PS-Leidenschaft genießt.

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Klassen-Gründer: Der Jeep Grand Cherokee feiert Jubiläum

26. Juli 2017

Das war schon ein mächtiger Aufschlag, mit dem Jeep 1992 die Geburtsstunde eines Bestsellers in spe inszenierte: Robert A. „Bob“ Lutz, seinerzeit Chrysler-Chef, lenkte den Debütanten geradewegs über die Treppe und durch eine Glasscheibe hindurch in die Hallen des Detroiter Cobo-Centers, wo er anlässlich der North American International Autoshow seine Premiere feierte: Der Jeep Grand Cherokee.

Vor 25 Jahren wurde der Jeep Grand Cherokee vorgestellt

mid Groß-Gerau - Kräftige Motoren sowie drei Hydraulikpumpen und drei Sperrdifferenziale: Damit erklimmt der Grand Cherokee fast jeden Gipfel.

Kräftige Motoren sowie drei Hydraulikpumpen und drei Sperrdifferenziale: Damit erklimmt der Grand Cherokee fast jeden Gipfel.
Copyright: FCA

Jetzt begeht der Pionier aller Luxus-SUV seinen 25. Jahrestag. Dabei war der große Allradler in der Familienplanung bei Jeep ursprünglich gar nicht als Luxus-SUV vorgesehen. Die Entwicklung hatte den Auftrag, einen etwas größeren Nachfolger des seit 1984 erfolgreichen Cherokee XJ auf die Räder zu stellen. Der allerdings geriet noch größer als sich die Unternehmenslenker das vorgestellt hatten. Daher, und als hätten sie das immer mehr an Fahrt aufnehmende Geschäft mit den SUV vorhergesehen, präsentierten sie das neue Modell als zusätzliches Angebot im Portfolio, eben als Grand Cherokee.

4,50 Meter lang und knapp 1,80 Meter breit stellt sich das viertürige SUV an die Spitze der Modellplatte. Entsprechend kraftvoll ging es unter der mächtigen Motorhaube zu. Bis zu 5,9 Liter Hubraum und 177 kW/240 PS wurden geboten, acht Zylinder sollten es beim Topmodell schon sein. Erst später, als der Grand Cherokee für Märkte abseits Nordamerikas bei Magna-Steyr in Graz gefertigt wurde, gesellte sich ein 2,5 Liter großer Dieselmotor mit vier Zylindern und 75 kW/115 PS Leistung dazu. Der stammte vom italienischen Diesel-Spezialisten Venturi Motori (VM), der damals ein Schwesterunternehmen von Detroit Diesel waren. Drei Ausstattungsversionen waren zu Beginn im Angebot. Die Grundversion trug passend den Namen „Base“, die mittlere Ausstattung hieß „Laredo“. Die Spitzenvariante kennzeichnet bis heute der Namenszusatz „Limited“.

Airbag für den Fahrer serienmäßig – als erstes SUV überhaupt

mid Groß-Gerau - Der Jeep Grand Cherokee ist als erstes SUV serienmäßig mit einem Airbag für den Fahrer ausgerüstet.

Der Jeep Grand Cherokee ist als erstes SUV serienmäßig mit einem Airbag für den Fahrer ausgerüstet.
Copyright: FCA

Und auch in Sachen Sicherheit setzte der Grand Cherokee Zeichen. Er war als erstes SUV serienmäßig mit einem Airbag für den Fahrer ausgerüstet. 1998 kam die zweite Generation des Luxus-SUV auf den Markt, wieder konnte Jeep mit einer ganzen Reihe von Alleinstellungsmerkmalen für die Baureihe aufwarten. Mit einer Klimaautomatik etwa, die unter Berücksichtigung der Haut-Temperatur der Passagiere gesteuert wurde. Vor allem aber mit dem Quadra-Drive-Allradantrieb, der bedarfsgerechte Kraftverteilung nutzte, um selbst auf schwierigstem Terrain zu bestehen. Drei Hydraulikpumpen und drei Sperrdifferenziale ermöglichten ausgezeichnete Traktion, die Technik war sonst nur bei den Allradlern der G-Klasse und dem Unimog von Mercedes-Benz sowie dem Steyr Pinzgauer zu finden.

Auch bei ihnen waren die Differenziale an Achsen und Kardanwelle zu 100 Prozent sperrbar. Außerdem wurde das Diesel-Angebot erweitert. Ein Fünfzylinder mit 120 kW/163 PS von Mercedes-Benz und ein gemeinsam mit VM entwickelter 3,1-Liter-Selbstzünder mit 3,1 Liter Hubraum und 103 kW/140 PS senkten den Verbrauch und kamen den Erwartungen europäischer Kunden entgegen.Zeit gelassen hatte sich Jeep unterdessen mit der Weiterentwicklung der Technik bei den automatischen Getrieben. Heftig kritisierten Experten den rückständigen, mit nur fünf Stufen arbeitenden Automaten bei der vorigen Generation des Grand Cherokee. Erst beim neuen, aktuellen Modell hat die amerikanische Marke, die seit 2014 zum Fiat-Konzern gehört, den Anschluss geschafft. Basierend auf einer Entwicklung von ZF überträgt in der heutigen Generation des Luxus-SUV ein Automatikgetriebe mit acht Stufen die Motorenkräfte. Soviel Hightech muss eben sein, wenn man in der Oberliga dieser Klasse mitspielen will.

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