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Autonarr, Querdenker, Winzer: Vor 100 Jahren wurde Ferruccio Lamborghini geboren

An der Ehrfurcht vor diesen Boliden ändert es nichts, dass seine Autos zuweilen als „Lambordjienis“ bezeichnet werden. Nicht jeder kann mit den Feinheiten der italienischen Zunge vertraut sein. Ferruccio Lamborghini, der Gründer der legendären Sportwagen-Manufaktur, wäre am 28. April 100 Jahre alt geworden. Außer rassigen Coupés hat er der Welt noch Traktoren, Bootsmotoren, Klimaanlagen und edlen Wein hinterlassen.

Der Multiunternehmer kam in einem kleinen Dorf in der Nähe von Bologna als Sohn eines Bauern zur Welt. Schon als Kind begann er sich für Technik zu interessieren und schon bald nach dem Studium wurde er beim Militär mit der Reparatur von Einsatzfahrzeugen betraut. Ausgemustertes Krieggerät wurde auch zur Grundlage für seine Unternehmer-Karriere. Er kaufte alte Militärfahrzeuge auf und baute sie zu Schleppern für die Landwirtschaft um. An diesen traktorähnlichen Gefährten herrschte im Nachkriegs-Italien großer Mangel. Es folgten Eigenentwicklungen für Traktoren und Motoren. Die Firma Lamborghini Trattrice gedieh prächtig, bot als erste Aggregate mit Direkteinspritzung an und war bald Italiens größter Traktorenhersteller. Als er bei einem Besuch in den USA einen Bedarf von Heizungen und Klimageräten entdeckt hatte, gründete Lamborghini für Fertigung und Export eine weitere Firma.

Mit Ferraris nicht zufrieden

Dass er sich als erfolgreicher Unternehmer und Autonarr eine ganze Flotte an Sportwagen zulegte, war keine Überraschung. Die Ferrari in seinem Besitz machten ihm aber nicht nur Freude. Intensiv dachte er über die Beseitigung der häufig auftretenden Kupplungsprobleme nach, da ihm seine Werkstatt auch nicht das gewünschte Ergebnis liefern konnte. Auf dem „kleinen Dienstweg“, quasi von Chef zu Chef, suchte Ferruccio Lamborghini schriftlich den Kontakt zu Enzo Ferrari, doch das Temperament des Commendatore ließ es nicht zu, dass der sich ernsthaft mit vermeintlich nachrangigen Problemen eines Kunden auseinander setzte. Vielmehr soll Enzo Ferrari einen Wutanfall bekommen haben. „Von einem Treckerfahrer“, so die Überlieferung, lasse er sich nicht vorschreiben, wie er seine Autos zu bauen habe.

Der mit nicht weniger Selbstbewusstsein als Ferrari ausgestattete Lamborghini konnte solch eine Überheblichkeit nicht hinnehmen. Sein Entschluss: Unter eigenem Namen würden künftig leistungsstärkere und zuverlässigere Sportwagen gebaut als Ferrari sie anbot. Und weil dem Wappentier der roten Renner, dem aufbäumenden Pferd, etwas Gleichwertiges entgegengesetzt werden musste, suchte und fand Lamborghini es in der spanischen Stierkampf-Historie. Beim Kampf am 5. Oktober 1879 in der Arena von Córdoba war der Stier Murcièlago von 24 Lanzenstößen verwundet noch immer nicht zusammengebrochen, worauf das Publikum seine Begnadigung durchsetzte. Murcièlago wurde ab 2011 auch der Name des Lamborghini-Spitzenmodells.

Lamborghini Miura.

Lamborghini Miura.
Copyright: Auto-Medienportal.Net/Lamborghini

1963 eröffnete die Automobil-Manufaktur in St’Agata, das erste Modell hieß 350 GT. Dessen Zwölf-Zylinder-Motor wurde von Giotto Bizzarrini entwickelt, der zuvor schon in Ferraris Diensten gestanden hatte. Ein Paukenschlag in Technik und Design war der Lamborghini Miura, der 1966 mit einem quer eingebauten Zwölf-Zylinder-Mittelmotor aufwartete. Der 3,9 Liter große Motor des Modells Espada von 1968 war der Ursprung für die marinen Ambitionen Lamborghinis. Ab 1970 wurden die Aggregate bei Offshore-Bootsrennen eingesetzt.
Zwar konnten Lamborghinis Rennwagen die verhassten Ferraris bei vielen Rundstrecken-Wettbewerben hinter sich lassen, den Straßenautos gelang das in puncto Qualität und Zuverlässigkeit nicht immer. Ölkrise und der gescheiterte Versuch, das Acht-Zylinder-Modell Urraco zu platzieren, brachten die Firma in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Mehrere Eigentümerwechsel – darunter auch Chrysler – waren für Automobili Lamborghini die Folge, bis Audi 1998 den Sportwagenhersteller übernahm.

Weingut in Umbrien

Das Weingut in Umbrien, das sich Ferruccio Lamborghini zunächst als Hobby zugelegt hatte, wurde fortan zu seinem Hauptbetätigungsfeld. Den amtlichen Vorgaben des offiziell anerkannten Weinbaus mochte sich der eigenwillige Winzer aber nicht unterordnen. Die typischen Rebsorten seines Anbaugebietes verschnitt er mit importiertem französischem Cabernet Sauvignon, wodurch diese Erzeugnisse als „untypisch hergestellte Weine“ eingestuft wurden und ihnen die DOC-Klassifizierung versagt blieb. Allerdings durfte Lamborghini, der am 20. Februar 1993 im Alter von 76 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes starb, noch erleben, dass Kenner seinen „Landwein“ sehr schätzten und in Deutschland bis zu 40 Euro pro Flasche dafür zahlten.

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„Auto-Zeitung“ fragte Leser wieder nach dem besten Design

Das Design spielt für die große Mehrheit der Autokäufer beim Kauf eine wesentliche Rolle. Deswegen legen die Hersteller Wert eine gelungene Formensprache, die zum Charakter des Fahrzeugs und zur Marke passt. Die „Auto-Zeitung“ befragte jetzt ihre Leser, wer diese Aufgabe zur Zeit am besten löste.

Mini Cooper S Cabrio.

Mini Cooper S Cabrio.
Copyright: Auto-Medienportal.Net/BMW

11.800 Leser haben jetzt entschieden. Dabei erreichte das Mini Cabrio den deutlichsten Klassensieg. Für den offenen Engländer entschieden sich 24,1 Prozent unserer Leser. Mit 21,6 Prozent hat auch der Renault Mégane seine Klasse dominiert.
Einen deutlichen Sieg durfte auch die neue Alfa Romeo Giulia feiern, die 19,1 Prozent der Stimmen erhielt und dabei die deutsche Konkurrenz von Audi A4 und BMW 7er auf die Plätze verweisen konnte. Nicht zu schlagen waren die Ingolstädter in der Kategorie Sportwagen, hier holte sich der neue Audi R8 mit 13,6 Prozent der Stimmen einen knappen Sieg vor zahlreichen anderen Kandidaten mit ausgesprochen faszinierendem Design.

Den knappsten Erfolg sicherte sich der VW Tiguan, der mit 14,4 Prozent der Stimmen die SUV-Klasse für sich entscheiden konnte. Die Verfolger Jaguar F-Pace und Mercedes GLC erhielten mit 14,3 und 14,1 Prozent kaum weniger Zuspruch. Als Champion aller Klassen konnte sich das Mercedes S-Klasse Cabrio gegen die versammelte Konkurrenz durchsetzen und bei 7,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

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